Influencer Marketing

6 Tipps, wie Du dank Coral Flecken auf Deiner weißen Marken-Weste vermeidest.

Aus meinen Fehlern habe ich immer am meisten gelernt. Das ist nicht wahnsinnig angenehm, wirkt aber nachhaltig. Manche Fehler muss man einfach machen, aber nicht jeden selbst. Zum (Un)Glück greifen oft andere daneben, bevor man selbst die Gelegenheit dazu hat und zeigen damit die Schlaglöcher am Weg zum Marketingerfolg auf. Vor einem dieser Schlaglöcher steht spätestens seit #coralliebtdeinekleidung das Warnschild: „Achtung! Glaubwürdigkeit nicht vergessen!”

Man muss ja nicht jeden Fehler selbst machen, damit man etwas lernen kann.

Aber eines nach dem anderen.

Die Influencer-Geister, die du rufst …

Social Media ist ein Teufelszeug. Influencer Marketing erst recht. Und in der Kombination? Kann himmlische Erfolge bringen, aber wenn du nicht höllisch aufpasst, weht dich der Shitstorm pfeilschnell ins Jenseits. Hätte dieser Umstand noch eines Beweises bedurft, dann liefert diesen eben Coral mit seiner aktuellen Influencer Kampagne.

Praktische jede einschlägige Untersuchung über die Kraft von Empfehlungsmarketing zeigt, dass die Produktempfehlung durch User exzellente Wirkung bringt, irgendwo um die 80/90-Prozent höher als die allerbeste Werbebotschaft der Marke selbst. Stichwort: enorme Glaubwürdigkeit.

Wenn ich mir Ski kaufen will und mich so richtig nicht dabei auskenne, frage ich selbstverständlich am besten meinen Freund Thomas, den Ski-Hero, was zu tun ist. Der liebe Thomas wird vermutlich seine Expertise mit dem Satz „Das kommt drauf an …” beginnen und mir schließlich das richtige Modell nennen. Er kennt sich aus, ich mich nicht. Wir sind Freunde, was soll schief gehen? – Ab zum Ski-Dealer.

Empfehlungs-Marketing: ein alter wunderschöner Hut.

Diese Systematik ist so alt wie das Neandertal. „Hey, wo hast du diese geile Keule gekauft?” – „Beim Keulen-Karl natürlich, der hat die übelsten Teile, ich schwör, Bro!”

Für alle ohne Thomas im Freundeskreis steht ein gut geschulter Ski-Verkaufsprofi beim Fachhändler bereit, beginnt vermutlich seine Expertise mit dem Satz „Das kommt drauf an …” und landet bald bei: „Dieses Modell benutze ich selber und schwöre drauf.” Oder er zieht heftig am Glaubwürdigkeits-Hebel: „Ich habe das andere Modell, aber würde ich jetzt eines kaufen, würde ich dieses nehmen.” – Danke, her damit!

Weil wir mittlerweile einfach wahnsinnig viele Neandertaler sind, reicht reden längst nicht mehr. Drum gibt’s dasselbe Spiel nun Online für alle Branchen und Produkte – in Foren, auf Empfehlungsplattformen, von Amazon bis Zalando und bei Tripadvisor & Co. sowieso. Fünf Sterne, Kunden die X gekauft haben, haben auch Y gekauft …

Promis in der Werbung: immer wieder gerne genommen. 

In der althergebrachten Werbung wird das wirkungsstarke Empfehlungs-System gerne mit so genannten Testimonials nachgebaut: mit echten Kunden, oder mit Typen, die auf Echtkunden machen, oder mit Promis, die Produkte empfehlen. Mitunter auch, ohne dass sie es nur ein einziges Mal benutzt hätten, aber man ist eben nicht mehr ganz jung und braucht das Geld immer noch, what else …

Wenn das gut macht wird, dann übertragen sich Attribute des Promis – Sportlichkeit, Jugendlichkeit, Sexykeit – gleichzeitig auf die eigene Marke.

In den Creative-Circles höhnt man gerne, Werbeagenturen würden ihren Klienten immer dann Promi-Testimonials vorschlagen, wenn sie keine Idee haben. Das stimmt natürlich nicht. Außer es stimmt.

Influencer, die Promis des Internet, bieten einen ganz entscheidenden Extra-Vorteil: sie sind ihrem Publikum besonders nahe, zwar Vorsitzende aber dann doch auch Teil ihrer Community, ihrer Gesinnungs-Gemeinschaft, und damit meist ganz, ganz oben auf der Glaubwürdigkeits-Skala.

Ja, GLAUBWÜRDIG ist das Zauberwort, aus dem die Magie entspringt.

Glaubwürdigkeit gehört in den Vor- und Haupt-Waschgang. 

Somit sind wir wieder bei Coral. Man kann zusammenfassend sagen: Wenn Du wissen willst, was passiert, wenn man alles gleichzeitig falsch macht, dann schau Dir #coralliebtdeinekleidung oder #coralcares an.

Influencer Marketing

Diese Menschen sprechen nicht für die Marke, es wird ihnen etwas in den Mund gelegt. Kein Mensch glaubt, sie würden sich um ihre Wäsche (selbst) kümmern und das wird mit Bildern bestätigt, die aufgesetzter und un-authentischer nicht sein können. Das Ergebnis: ein Shitstorm, der sich gewaschen hat und der Beweis, dass die Waschmittelwerbung vom Volksmund als das Synonym für das einfältigste, was die Werbung produzieren kann, gilt und auch im digitalen Zeitalter Gültigkeit behält.

Das alles mag jetzt in Summe ein wenig kompliziert erscheinen, ist es aber nicht. Im Gegenteil. Es ist ganz einfach, für Mega Brands und Dein Bio-Eis-Startup, für den Friseur am Eck und den Autohändler, also für alle, die auf erfolgreiches Empfehlungsmarketing setzen.

  1. Lass am besten andere gut über dich & deine Marke sprechen.
  2. Am allerbesten Menschen, die dein Produkt benutzen und es deshalb weiter empfehlen.
  3. Wenn du dafür andere verpflichtest, egal ob Normali oder Promi, dann muss alles perfekt zusammenpassen. Und das bedeutet zuerst einmal:
  4. Sei authentisch.
  5. Sei glaubwürdig.
  6. Wenn du denkst, da lässt sich tricksen, wirst du im aller-aller-besten Fall ignoriert, in der Regel im Web verdroschen. – Womit? Mit Recht!

Menschen sind keine Bestellnummern.

Warum passieren Fehlgriffe dieser Machart ganz großen Unternehmen so oft, siehe Pepsi & Kendall Jenner?
Weil man dort vermutlich noch von „Endverbrauchern” spricht, wenn tatsächlich Menschen gemeint sind. Weil man sich die Welt dort mit Zahlen und Excel-Tabellen erklärt und nicht mit Wahrheit, und somit schlichtweg der Respekt fehlt.

Influencer Marketing

Kennst du das Cluetrain Manifesto? Den Kernsatz dieses Buches sollten sich alle in der Marketingkommunikation mit dickem Edding aufschreiben und mit jedem Atemzug beherzigen. Denn sonst stehen die Chancen gut, dass ihn dir die guten alten Endverbraucher aufschreiben, und zwar mit deinem Nasenblut an die Wand:

„If you only have time for one clue this year, this is the one to get: We are not seats or eyeballs or end users or consumers. We are human beings and our reach exceeds your grasp. Deal with it.“

Brandstory ist kein Werbe-Gag.

Der beste Schutz vor Pannen à la Coral und Pepsi ist eine fundamental gut entwickelt Brandstory, die wesentliche Grundwerte für Marke und Publikum aktiviert, einen so genannten Brand Purpose.

  1. Der Brand Purpose muss dem Unternehmen ein authentisches Anliegen sein: Würdest Du Dich auch dafür stark machen, ohne dass es Deiner Marke unmittelbaren Werbe-Nutzen bringt?
  2. Ein Brand Purpose muss einen Beitrag zum Nutzen des Publikums liefern.
  3. Das Publikum kann damit aktiviert werden und darf nicht passiver Beobachter bleiben. So wird es tragender Teil des Brand Purpose.

Das gelingt nicht mit Fake-Sagern in bezahlten Postings, sondern nur mit Wahrheit. Das weiß man auch bei der Coral-Mutter Unilever seit vielen Jahren und zeigt es mit der Initiative für Wahre Schönheit von Dove vor

Deshalb gilt für alle, die nicht nur über den Preis reden, sondern respektvoll mit ihrem Publikum ins Gespräch kommen wollen: No Story. No Glory.

 

Screenshot: Instagram, Foto: Gull + Company
The Brand Story Dude

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